Goldstrand oder Sonnenstrand heißen die neueren Resorts, Nesebar und
Sozopol die alten Städte. Sie alle liegen am Schwarzen Meer und bieten günstige Immobilien mit guter Rendite

Wahrlich, dieses Land hat harte Zeiten hinter sich. Als 1989 die Blockgrenzen in Europa fielen, blickte die Welt auf Warschau, Prag oder Budapest. Sofia dagegen: Fehlanzeige. Nennenswerter Außenhandel kam nicht auf die Beine, Bulgarien blieb eines der ärmsten Länder des Kontinents. 1996 kam die große Währungskrise, in deren Folge der Lew an die D-Mark gebunden wurde. Erst ab etwa 1998 gab es erste Anzeichen eines Aufschwungs, gestützt durch das plötzlich wiedererwachte Interesse an Bulgarien als Reiseziel: Im Sommer 2000 war Schwarzmeerurlaub plötzlich so hip wie in grauer Vorzeit schon einmal zu Zeiten der DDR.

Das Vertrauen ausländischer Investoren ist seither gestiegen; 2002 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um überraschende 4,8% (1996: 11%). Dennoch erhalten bulgarische Arbeiter weiterhin die geringsten Durchschnittslöhne aller EU-Beitrittskandidaten (143 Euro brutto pro Monat), liegt die Produktivität bei nur 41% des EU-Mittels, gilt die Konsumbereitschaft als die schwächste Osteuropas. Vor allem deutsche Firmen dank historischer Bindungen ist Deutschland der wichtigste Handelspartner wissen dies: Nirgends auf dem Balkan werden weniger Fernseher, Staubsauger oder Mobiltelefone gekauft als in Bulgarien.
Trotzdem hat sich ebenso langsam wie sicher ein Markt für Ferienimmobilien entwickelt, den man inzwischen substantiell nennen darf: Im Internet findet sich eine ständig wachsende Zahl von Angeboten vor allem Ferienwohnungen in den Badeorten an der Küste. Neue Apartments gibt es dort schon ab 300 Euro/m2, Häuser ab 80.000 Euro. Hauptsächlich Engländer, Skandinavier und Russen treten als Käufer auf, und gute Objekte erleben bereits Wertzuwächse von bis zu 20% pro Jahr. ?Wer seine Immobilie in die Vermietung gibt, so Lubomir Stanimirov von der Imoti BG in Sofia (www.imotibg.com), ?hat den Kaufpreis nach derzeitiger Marktlage nach sieben bis maximal 13 Jahren wieder verdient.?
Die bulgarische Regierung hat das Potential dieses Marktes erkannt: Seit Juli 2000 dürfen ausländische Privatpersonen Immobilien frei erwerben; nur der Bodenerwerb ist bis auf weiteres allein über eine bulgarische Kapitalgesellschaft möglich. Im grenznahen Gebiet (wozu auch die Küste zählt), ist zudem eine Genehmigung der Grenzpolizei Vorschrift; diese Regelung dürfte auch die laufenden Verhandlungen über Gesetzesänderungen im Vorfeld des für 2007 geplanten EU-Beitritts überstehen. Auf niedrigem Niveau bleiben dürften vorerst alle Kaufnebenkosten: Die ?Gemeindesteuer? (Grunderwerbsteuer) liegt bei 2% des Kaufwerts; 1,1% für den Notar sowie 2,5% für Makler, Anwalt und Dolmetscher (in Bulgarien wird kyrillische Schrift verwendet) kommen dazu. Fast vernachlässigenswert sind laufende Unterhaltskosten: Die Grundsteuer beträgt 0,15%; bei Wohnungen in Anlagen zahlt man zusätzlich Umlagebeträge für Sicherheit, Pflege, Poolreinigung et cetera von umgerechnet etwa 100 Euro pro Jahr.
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